Nachlese zum 3. Fachtag

Die Erfindung einer neuen Pädagogik ist nicht nötig – es gibt bereits vieles, was wir für einen inklusiven Unterricht verwenden können:

130 Fachkräfte, überwiegend Lehrerinnen und Lehrer aus allgemeinbildenden Schulen, trafen sich beim 3. Fachtag „Eine Schule für alle! Inklusion konkret" am Samstag, den 22. November 2014 in der Gebrüder-Körting-Schule in Hannover-Badenstedt. Die organisierenden Vereine – Mittendrin Hannover e.V. und Eine Schule für Alle! Verein für inklusive Bildung e.V. – freuten sich über rege Nachfrage nach dieser Veranstaltung. Bereits die ersten beiden Fachtage waren erfolgreich: inhaltlich abwechslungsreich, binnen kurzer Zeit ausgebucht und mit einer emsigen, motivierenden Stimmung in die Tat umgesetzt.

Fachtag 2014, Michael Leonhard am RednerpultDer konzeptionelle und ganz praktische Gedanke hinter dem Fachtag „Aus der Praxis für die Praxis" ist, dass Lehrkräfte, die bereits Erfahrungen in der Arbeit mit heterogenen Lerngruppen haben, ihre Expertise weitergeben.

Nach Begrüßungsworten durch das Badenstedter Politiker-Ehepaar Kerstin Klebe-Politze und Stefan Politze legte Dr. Inge Krämer-Kilic, Rektorin des Studienseminars Sonderpädagogik in Hannover dar, wie in unseren Schulen Schritte in Richtung Inklusion gegangen werden können. Die Ideen, Unterrichtsmethoden und die Haltung, die eine inklusive Schule mit sich bringt und erfordert, sind eine große Chance für bessere, erfolgreichere und vor allem beliebtere Bildungseinrichtungen. Sie fördern Zufriedenheit bei Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und Eltern. Am Beispiel des Schulsystems in Italien stellte sie Gelingensbedingungen in den Vordergrund.
Eine anschließende Podiumsdiskussion ließ diejenigen zu Wort kommen, die persönliche Erfahrungen mit Ausgrenzung haben: (ehemalige) Schüler/innen mit einem sogenannten Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung. Deren Redebeiträge machten deutlich, worum es geht: als Mensch gesehen zu werden und das Recht auf Bildung und Teilhabe nicht erstreiten zu müssen. 16 Workshops von Lehrer/innen und anderen Fachkräften aus der Region Hannover boten dann - ganz praktisch – Einblicke in verschiedene Bereiche des inklusiven Unterrichts.

Im Abschlussplenum des Fachtags resümierten die Teilnehmenden: Es gilt weiterhin, sich für eine Verbesserung der Lernbedingungen durch Aufstockung der Ressourcen im Bildungssystem einzusetzen. Eine gute Vernetzung der Fachleute unterstützt durch Kompetenztransfer die pädagogische Arbeit vor Ort.

Mittendrin Hannover e.V. und Eine Schule für Alle! Verein für inklusive Bildung e.V. setzen sich gemeinsam mit Eltern und Fachleuten, anderen Vereinen und den Kommunen u.a. dafür ein, die personellen und sächlichen Bedingungen der Schulen zu verbessern. In Gesprächen, Arbeitskreisen, Stellungnahmen und vor allem durch Öffentlichkeitsarbeit sind die Vereine maßgeblich daran beteiligt, Inklusion verantwortungsvoll umzusetzen.

Der vierte Fachtag ist für den 30. Mai 2015 in Planung. Wenn Sie eine Einladung per E-Mail wünschen, füllen Sie unser Kontaktformular aus!